Sanzeno ist einer der Angelpunkte der Geschichte der Archäologie des Trients.
Die dortigen morphologischen Bodenbedingungen - die einer weitläufigen sonnenbeschienen Terrasse - haben seit dem Altertum die Ansiedlung von Menschen gefördert. Davon zeugen die zahlreichen archäologischen Funde und dort vorgenommenen Ausgrabungen seit der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts. Die erste offizielle Entdeckung geht auf das Jahr 1846 zurück: eine kleine Bronzefigur aus dem V. Jahrhundert v.Chr, die einen Kriegsgott darstellt, und auf deren Unterseite eine Gedächtnisschrift in rätischem Alphabet eingraviert ist.
Hier wurden einige der weitläufigsten und fruchtbarsten Ausgrabungen der Provinz von Trient durchgeführt. Die auf diesem Wege zusammengetragenen wissenschaftlichen Materialien und Daten sind seit langem für diejenigen beispielhaft, die sich für die alpine Vorgeschichte interessieren und einen Schlüssel zur Interpretation der Realität und Identität der antiken Völker suchen, die in dieser faszinierenden und mysteriösen Alpenwelt wohnten.
Es ist daher kein Zufall, dass das Rätische Museum ausgerechnet in Sanzeno gegründet wurde.
Das Museum wurde von der Autonomen Provinz von Trient gegründet (insbesondere auf Anregung von Dott. Gianni Ciurletti, Oberintendanz für archäologische Kunstschätze) und 2003 nicht definitiv eröffnet. Als polyvalentes Zentrum ist es der Archäologie und der Altertumsgeschichte des Val di Non gewidmet und dient sowohl als Forschungsstätte als auch dem wissenschaftlichen Austausch.
Die architektonische Struktur, ein Werk von Sergio Giovanazzi, befindet sich nördlich der Ortschaft Sanzeno, in der Gemeinde Casalini.
Das Ausstellungsprojekt befasst sich insbesondere mit der Rätischen Bevölkerung, die circa vom VI. bis zum I. Jahrhundert v.Chr. in Trient-Südtirol, in Tirol und zum Teil in der Schweiz lebte. Die Kultur dieses Volkes wurde von den Archäologen in Übereinstimmung mit dessen Verbreitungsgebiet als “Fritzens-Sanzeno” bezeichnet. Sanzeno ist einer der Orte, in denen der
Rätischen Tradition eine herausragende Rolle zukommt. Hier wurden die wichtigsten archäologischen Funde der gesamten alpinen Vorgeschichte gemacht.
Die Entdeckungsreise des Museums beginnt mit dem geologischen Ursprung des Territoriums, den ersten Funden im Tal, um dann die Rätische Zivilisation und ihre Bräuche im Bereich der Wirtschaft, Kultur und Handwerk darzustellen - hier treten unter den anderen Materialien die votiven Bronzefiguren hervor.
Der Rätischen Epoche folgt die Römerzeit, die heute vorwiegend durch die “Tabula Clesiana” - mit der Kaiser Claudio den Bewohnern von Anaunia das Bürgerrecht verlieht - repräsentiert wird. Am Ende der Ausstellung stehen Zeugnisse der Evangelisierung des Tals (IV. Jahrhundert n.Chr.) und dem ersten Eindringen der Barbaren zu Beginn des Mittelalters.
Unter den aktuellen im Museum ausgestellten Originalfundstücken können bewundert werden:
eine Stelestatue aus Revò (3000 v.Chr.)Von besonderer Bedeutung ist eine rätische Bronzefigur, die einen Reiter abbildet und gleichzeitig das Markenzeichen des Museums von Sanzeno ist.